Jurastudium

ELSA – European Law Students‘ Association

In diesem Beitrag möchte ich den Verein ELSA vorstellen. ELSA, das bedeutet European Law Students‘ Association und steht für eine starke, vielseitige Vereinigung von Jurastudierenden und jungen Juristen, welche die juristische Ausbildung, das gemeinsame Lernen und die Verständigung über Ländergrenzen hinweg verbessern wollen.

Was ist ELSA?

Als unabhängiger, gemeinnütziger und politisch neutraler Verein möchte ELSA den fachlichen und interkulturellen Austausch von Studierenden der Rechtswissenschaft und jungen Juristen und Juristinnen fördern. Mit über 50000 Mitgliedern an über 375 juristischen Fakultäten innerhalb von Europa ist ELSA die größte Vereinigung ihrer Art. Unterteilt in nationale und lokale Gruppen stehen bei ELSA die Organisation von Events, Meetings und Fortbildungen im Mittelpunkt. Durch diese sollen junge JuristInnen sich im Sinne eines kritischen Dialogs mit anderen Kulturen und Rechtssystemen auseinandersetzen und durch ein großes internationales Netzwerk fachliche und persönliche Fähigkeiten ausbauen.

Hierfür arbeitet ELSA eng mit Förderern, Alumni und etwa dem Council of Europe zusammen. 

Was bietet ELSA mir?

Die Arbeit von ELSA lässt sich im Wesentlichen in drei zentrale Säulen einteilen. Durch diese Unterteilung wird deutlich, was ELSA dir bieten kann.

1. Akademische Aktivitäten

Gerade auf regionaler Ebene veranstalten die einzelnen Fakultätsgruppen verschiedenste akademische Aktivitäten, wie zum Beispiel Moot Courts, englischsprachige Competitions oder sogenannte L@w-Events. Hierbei sind der Kreativität der lokalen Gruppen keine Grenzen gesetzt. Ich möchte im Folgenden die regelmäßig und nahezu an jedem Standort verfügbaren vorstellen.

Workshops und Vorträge werden meist in Zusammenarbeit mit lokal ansässigen Kanzleien angeboten. So profitieren nicht nur die Mitglieder von vielseitigem und praktischem Input, sondern auch die Kanzleien erhalten die Chance, sich als Arbeitgeber zu präsentieren und Kontakt zu Studierenden zu knüpfen. 

In Frankfurt wurden beispielsweise Vorträge von Kanzleien zum Stand der Brexitverhandlungen angeboten, dort konnte man auch einen Einblick in die Herausforderungen der Arbeit von Anwälten in Verbindung mit dem Brexit erlangen. Auch Workshops zu Fachbereichen des Pflichtfachstudiums werden regelmäßig angeboten. Beispielsweise zum Arbeitsrecht. 

Weitere akademische Aktivitäten sind die von ELSA betreuten oder veranstalteten Moot Courts auf nationaler und internationaler Ebene. 

Die bekanntesten sind sicher die EHRMCC (European Human Rights Moot Court Competition) und die John H. Jackson Moot Court Competition. Auch die ELSA Negotiation Competition sei an dieser Stelle zu nennen. Aber nicht nur für diese, sondern auch für weitere Competitions und Moot Court kann man sich als Teilnehmer anmelden. Üblicherweise gibt es mehrere lokale und nationale Vorentscheide und ein internationales Finale. Als ELSA-Mitglied hat man auch die Möglichkeiten bei diesen Entscheiden als Zuschauer im Publikum zu sitzen, so kann man nicht nur andere Studierende anfeuern, sondern auch selbst Erfahrungen sammeln.

Des Weiteren organisieren viele lokale Gruppen regelmäßig Crashkurse zu klausurrelevanten Themen in Zusammenarbeit mit Professoren oder Repetitorien. Diese bieten meiner Erfahrung nach einen signifikanten Mehrwert in der Prüfungszeit. 

Zusätzlich dazu gibt eine Vielzahl weiterer Aktivitäten, die je nach Engagement und Kreativität der lokalen Gruppe stark variieren. So gibt es Fahrten zu Justizvollzugsanstalten oder sogar Krimi-Abende, an denen ein Tatort abgespielt wird, der von einem gewitzten Strafrechtsprofessor analysiert wird. Ich denke für jedes Interesse und für jedes Zeitbudget ist hier etwas dabei.

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2. Seminare und Konferenzen

Zusammengefasst unter dem Bereich Seminare und Konferenzen finden sich weitere fachliche Aktivitäten von ELSA, die meist größere und gegebenenfalls mehrtägige Events umfassen. 

Bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen und den Angeboten rund um verschiedene deutschlandweite Themenwochen finden sich für jeden Interessenten passende Angebote. 

Auf viel Anklang stoßen stets auch die Studienfahrten. So fuhren ELSA-Gruppen schon zum Bundesverfassungsgericht oder zum BGH in Karlsruhe oder zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Häufig wird dies mit einem gemeinsamen Abend mit den dort ansässigen ELSA-Gruppen verbunden. 

Mein liebstes ELSA-Projekt innerhalb dieser Säule sind sicher die Summer und Winter ELSA Law Schools. Diese werden jedes Jahr von lokalen Gruppen in vielen unterschiedlichen Ländern zu bestimmten Rechtsgebieten und Themen angeboten. Ein genaues Bild kannst du dir in meinen Erfahrungsberichten machen (Summer School on M&A in Bukarest, Rumänien und Summer School on Sustainability in Lecce, Italien).

3. STEP – das Student Trainee Exchange Programme

Eine weitere große Sparte bildet STEP, das Student Trainee Exchange Programm. Dieses Programm ermöglicht es ELSA-Mitgliedern in einem anderen europäischen Land ein Praktikum zu absolvieren. Die Lokalgruppen akquirieren diese vor Ort, anschließend werden die angebotenen Praktika eines jeden Zyklus‘ auf der Website zur Bewerbung ausgeschrieben. Meist kann man aus mehreren hundert Stellenangeboten wählen und sich anschließend für maximal drei bewerben. Die Anforderungen hängen vom jeweiligen Stellengeber ab und können stark variieren. Teilweise sind Abschlüsse oder bestimmte Rechtskenntnisse gefragt, in anderen Stellenausschreibungen sind Sprachkenntnisse gefordert. 

Großer Vorteil der STEP-Praktika ist, dass diese vergütet werden oder alternativ eine entsprechende Sachleistung, wie Unterkunft oder Verpflegung, gestellt wird.

Neben denen hier vorgestellten Sparten gibt es auch noch weitere Angebote. Erwähnenswert sind definitiv auch die ELSA Delegations. Aufgrund des Beobachter-Status, den ELSA bei den Vereinten Nationen innehat, entsendet ELSA International regelmäßig Mitglieder als Delegierte zu verschiedenen UN-Institutionen. Hierzu zählen beispielsweise die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) oder die United Nations Commission on International Trade Law (UNCITRAL).

Wie kann ich bei ELSA aktiv werden?

Erster Schritt um Angebote von ELSA wahrzunehmen und sich für Praktika, Delegations oder ähnliches bewerben zu können ist die Mitgliedschaft in einer der momentan 43 Fakultätsgruppen. Eine Übersicht über alle ELSA-Standorte findest du auf der Homepage unter www.elsa-german.org/du-bei-elsa/. Hierzu muss das Mitgliedsformular ausgefüllt werden und der Mitgliedsbeitrag von meist 10 € pro Semester bezahlt werden.

Über anstehende Veranstaltungen bleibt man dann über einen Newsletter, die Website oder beispielsweise Facebook-Gruppen informiert.

Sollte man nach einer Weile Lust verspüren selbst mitzuarbeiten, ist der nächste Schritt sich in die lokale Vorstandsarbeit einzubringen und zum Beispiel einen Direktoren- oder Vorstandsposten zu übernehmen. Dort gibt es unterschiedliche Aufgabenbereiche, in denen je nach Fertigkeit mitgearbeitet werden kann.

ELSA als Verein lebt von seinen Mitgliedern. Gemeinsam kann man tolle Projekte umsetzen, sich vernetzten und jede Menge Erfahrung sammeln. Also nichts wie los, melde dich an und werde Teil von ELSA, der Jurastudierendenvereinigung.

Für diesem Beitrag habe ich lizenzfreie Fotos von Unsplash genutzt.

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