Studium

Studienwahl für Unentschlossene

Einen Studiengang zu wählen ist für die meisten Schulabgänger, die gerne studieren möchten, eine schwierige Entscheidung. Den Anschein macht es zumindest. Es gibt zahllose Möglichkeiten und die Entscheidung scheint folgenschwer.

Online findet man bereits unzählige Ratgeber und Informationsseiten, die Hilfestellung versprechen. Und obwohl ich die Kompetenz dieser Seiten nicht in Frage stelle, habe ich mich doch dazu entschlossen, einen eigenen Artikel zu verfassen, um meine persönliche Erfahrung zu teilen. Lese sie im folgenden.

Soviel vorab: die Wahl kann dir nicht abgenommen werden, jedoch glaube ich daran, dass ein größeres Wissen jede Entscheidung erleichtert. Und so können auch persönliche Tipps anderer Studierender zur Entscheidungsfindung beitragen.

Tipp Nummer 1: Verliere die Angst vor der Entscheidung

Häufig habe ich erlebt, dass Freunde oder Bekannte Probleme bei der Studienwahl haben, weil sie Angst davor haben sich zu entscheiden. Dahinter steckt meist die Angst die falsche Wahl zu treffen und dann mit negativen Konsequenzen leben zu müssen. Oder die Angst Türen zu verschließen, die ohne die Entscheidung noch offen gestanden hätten.

Überforderung

Zu allererst solltest du dir die Angst vor der Entscheidung nehmen. Mach dir klar, dass deine Entscheidung keine negativen Folgen haben kann. Selbst wenn du das Studienfach nach zwei Semestern wieder aufgeben möchtest, hast du keine Strafe zu befürchten. Auch wenn Personen aus deinem Umfeld dir unaufgeschlossen begegnen, hast du im Grunde nichts zu befürchten, bist du doch selbst für deine Entscheidungen verantwortlich.

Ebenso wenig verlierst du einen etwaigen BAföG-Anspruch, wenn du darauf angewiesen bist und das Studienfach rechtzeitig genug wechselst. Hierzu ist es erforderlich den Studienwechsel bei Vorlage eines wichtigen Grundes (Eignungsmangel, schwerwiegender Neigungswechsel) bis zum Ablauf des dritten Semesters anzuzeigen. Bei anderen noch schwerer wiegenden Gründen kann ein Studienwechsel ohne BAföG-Anspruchverlust auch noch später vorgenommen werden. Weitere Informationen hierzu findest du unter bafög.de/fachrichtungswechsel.

Gelegentlich kann es bei einer falschen Entscheidung also zu Unannehmlichkeiten kommen, echte Gefahren gehen damit jedoch nicht einher. Mach dir klar, dass du aus diesem Grund keine Angst vor der Entscheidung haben musst.

Tipp Nummer 2: Schaffe eine solide Basis

Nachdem wir Nummer 1 abgehakt haben, oder du vielleicht ohnehin schon furchtlos warst schreiten wir voran zu Tipp Nummer 2 – schaffe eine solide Basis.

Knackpunkt jeder Entscheidung ist die Grundlage auf der sie getroffen wird – also schaffe eine gute für deine Studienwahl!
Dazu gehört es dir darüber im Klaren zu sein wo deine Interessen liegen. Schwierig dem nachzukommen, aber durch Übung und ein bisschen Nachforschen kannst auch du deinen Vorlieben auf die Spur kommen. So kannst du zum Beispiel Notizen über berufliche oder schulische Aktivitäten führen und dir notieren sobald eine Tätigkeit oder ein Fachgebiet dir besonders viel Spaß bereitet. Oft hat man dann das Gefühl, die Zeit verginge wie im Flug. Hierfür ist es selbstverständlich ratsam viele Dinge auszuprobieren oder dir zumindest anzulesen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage nach deiner Motivation. Du solltest dir ehrlich beantworten können warum du überhaupt studieren möchtest. Ob dein Hauptantrieb die Hoffnung auf ein gesichertes (hohes) Einkommen ist, oder der Wille zum Wohl der Gesellschaft zu arbeiten, wird deine Studienwahl beeinflussen.

Notiere dir diese Dinge möglichst unvoreingenommen und ungekürzt.

Tipp Nummer 3: Stelle einen großen Pool an Möglichkeiten zusammen

Bevor du in die Tiefe gehen kannst, musst du erst mal in die Weite gehen. Ich denke dass es nicht nur wichtig ist eine gute und standfeste Basis für die Entscheidung zu bilden, sondern dass es mindestens genauso wichtig ist alle Optionen, die sich innerhalb dieser Basis tummeln, ans Licht zu holen, um später aus ihnen wählen zu können.

Nimm also die Notizen aus dem vorherigen Schritt hervor und nutze sie als Grundlage für deine weitere vertiefende Arbeit. Bei diesem Schritt empfiehlt es sich kreativ zu arbeiten und offen zu sein für neue Ideen. Denkbar ist das Anlegen einer Mindmap, das Zusammenfassen von Interessenschwerpunkten in Stichpunkten oder Skizzen oder das Ausdenken von realistischen Arbeitsszenarien. Versuche deine Interessen also in möglichst unterschiedliche und detaillierte Zukunftvisionen oder Studienoptionen umzuarbeiten.

So kann aus einer Notiz darüber, dass es dir gefällt Gruppenarbeiten zu leiten in diesem Schritt das Ergebnis erwachsen, dass Studiengänge aus denen später häufig Führungskräfte hervor gehen, eine gute Option für dich sind. Aus dem Interesse für fremde Kulturen kann nicht nur die direkte Arbeit mit ihnen in beispielsweise Auswärtigen Ämtern oder als reisender Freiberufler werden, nein vielmehr kann man auch an Tätigkeiten in Unternehmen denken, die es einem ermöglichen werden, Betriebsreisen durchzuführen.

Ideas

Tipp Nummer 4: Grenze Mögliches von Unmöglichem ab

Nachdem nun viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, müssen diese wiederum eingegrenzt werden. Hierfür ist es nötig, dass du realistisch mögliche Studiengänge beziehungsweise Berufsideen von unmöglichen separierst.

Du solltest auf Kriterien wie die Finanzierbarkeit achten. Unfinanzierbar ist das Studium im Allgemeinen in Deutschland nicht, jedoch gibt es immer wieder Fächer, die man nur an privaten Universitäten oder im Ausland studieren kann.

Desweiteren bildet der NC für manche Studieninteressierte eine Hürde zu bestimmten Fächern. Generell sollte man jedoch wissen, dass es selten einen über mehrere Jahre konstanten NC gibt. Die NC-Werte unterscheiden sich nicht nur je nach Uni und spezieller fachlicher Ausrichtung zum Teil erheblich, sondern auch der Start zum Sommer- oder Wintersemester kann einen Unterschied machen. Zudem schwanken die NC-Werte an einer Universität mit den Jahren und auch Wartesemester können, falls sie eine Option sind, den gewünschten Studienplatz ermöglichen. Hier solltest du deine Möglichkeiten gut ausloten und nicht von vorneherein einen NC, den du nur knapp verpasst, ausschließen.

Letztlich können auch andere Verpflichtungen, beispielsweise im familiären Kreis, die Studienwahl eingrenzen. Hier hat jeder für sich selbst realistisch zu entscheiden.

Tipp Nummer 5: Triff eine enge Auswahl

Nachdem du nun aus vielen verschiedenen Optionen die für dich in Frage kommenden herausgefiltert hast, rückt die tatsächliche Entscheidung immer näher. Wie oben bereits angedeutet, kann dir diese niemand abnehmen. Nach guter Vorbereitung und mit einigen weiteren Kriterien ausgestattet, sollte dir die Entscheidung zumindest jedoch schon einfacher fallen.

An dieser letzten Stelle solltest du den Bewertungshorizont vor allen Dingen nach deinen Kurz- und Langzeitzielen ausrichten. Hierzu zählen auch Träume und Wünsche für deine persönliche Weiterentwicklung und das Arbeits- und Privatleben.

Dabei sollten auch bereits gemachte Erfahrungen und Erlebnisse eine Rolle spielen. Erneut ist zu sagen, dass eine große Menge an vorhandenen Erfahrungen die Wahl erheblich erleichtert. Eventuell kann es hilfreich sein dir weitere Dinge anzusehen oder genauer zu betrachten um eigene Erlebnisse zu generieren.

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Schlussendlich kannst du einen Studiengang auswählen, den du nach reiflicher Überlegung und auf solider Basis entwickelt hast.

Ich hoffe dieser Artikel konnte eine Schrittfolge vorgeben, die es vereinfacht so eine Basis zu schaffen. Sicher ist und bleibt es eine schwierige Entscheidung, doch diese kann gemeistert werden.

Stehst du momentan vor dieser Wahl oder hast du deinen Weg bereits gefunden? Hinterlasse gern einen Kommentar mit deinen persönlichen Erfahrungen.

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